Erste Hilfe bei Liebeskummer - So überstehen Sie ihn! 

Kennt irgendwie jeder - Liebeskummer. Ein bitteres Gefühl, das vielen scheinbar erstmal den Boden unter den Füssen wegzieht. Können Sie sich noch erinnern, als Ihnen einmal das „Herz gebrochen“ wurde? Dieses Gefühl, das uns so unerwartet treffen kann und sich dann anfühlt, als würde uns ein Bus überfahren. PENG! 

Warum uns dieser Kummer tatsächlich so erschüttern kann und was wir dagegen tun können möchte ich hier aufschlüsseln.

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Psychologisch gesehen wird unser Gefühlshaushalt von 4 Grundbedürfnissen bestimmt. 


Dem Bedürfnis nach Bindung, Kontrolle, Anerkennung und Lust. Sind diese 4 Bedürfnisse ausgewogen erfüllt, fühlen wir uns zufrieden. Das gilt generell für alle Lebensbereiche.
 
Machen Sie mal den Selbstversuch und überprüfen Sie, wie es um diese 4 Bedürfnisse, angewendet auf Ihren Job, Ihre Partnerschaft, Freundschaften, etc. bestellt ist.
 

UNSER FUNDAMENT FÜR ZUFRIEDENHEIT IM LEBEN GERÄT INS WANKEN

Die 4 Grundbedürfnisse werden bei einer Trennung meist allesamt gleichzeitig und fundamental getroffen.
 
BINDUNG
Bindung meint unser schon biologisch von Geburt an vorhandenes Bedürfnis nach Beziehung. Wir Menschen sind soziale Wesen und überleben in Gruppen besser als allein. Gruppen oder Partner lassen uns Sicherheit erleben. Das ist essentiell, um nicht ständig Stress zu haben, weil man alles für sich allein regeln muss. Statistisch gesehen leben deshalb Menschen in Partnerschaften länger, als solche, die alleine alt werden.
 
AUTONOMIE
Kontrolle bzw. Autonomie ist das scheinbar gegenteilige Bedürfnis nach innerer wie äusserer Freiheit. Hier wird das Bedürfnis befriedigt Handlungsalternativen zu haben. Ganz wichtig, um sich selbst zu entfalten und sich von anderen abzugrenzen, also beispielsweise NEIN zu sagen, für sich zu sorgen und sich gut vertreten zu können. Gegenüber dem Chef, dem Partner, den Kollegen, Freunden oder einfach nur gegenüber dem miesepetrigen Busfahrer. :)
 
Diese beiden Bedürfnisse sind in einer Partnerschaft im Wechsel gefordert und gewissermassen auch verbunden. Wir sprechen vom Pendeln, das meint einfach, dass es Momente gibt, in denen mehr das Bedürfnis nach Bindung überwiegt, z.B. auch beim Sex, sich wirklich einzulassen, zu vertrauen, sich verletzbar zu zeigen ist dafür essentiell. Und dann geht es auch wieder darum mehr zu sich zu kommen, sich abzugrenzen. Im Idealfall ist es ein fliessender Prozess, hat nichts Abgehacktes und verlangt beiden Partnern die immer neue Auseinandersetzung mit sich selbst und dem anderen ab. Das mündet in eine gemeinsame Entwicklung beider Partner.
 
ANERKENNUNG
Dann gibt es da noch unser Grundbedürfnis nach Anerkennung; Sich selber als gut, kompetent, wertvoll und von anderen geliebt zu fühlen. Zur Bildung eines guten Selbstwertgefühls braucht es eine wertschätzende Umgebung, die einem etwas zutraut und uns unterstützt. Das lässt Anerkennung entstehen und wachsen.
 
LUST
Und da gibt es noch die Lust bzw. die Unlustvermeidung. Lust ist dabei weiter gefasst als sexuelle Lust. Es meint das generelle menschliche Bestreben, Spass und Freude zu erleben und im Gegenzug Schmerz und Leid zu vermeiden.
 

TRENNUNG FÜHLT SICH AN WIE „MAJOR TOM“ - VÖLLIG LOSGELÖST
 

Das Fatale am Liebeskummer ist nun, dass der Bus, der uns da überfährt, deshalb solch eine Wucht hat, weil er über alle 4 Grundbedürfnisse quasi gleichermaßen drüber bügelt.

Die Bindung wird gekappt, weil durch die Trennung eine Verbindung gelöst wird und gleichzeitig auch die Kontrolle darüber verloren geht. Denn, es gibt erstmal scheinbar keine Alternative zum Ende der Partnerschaft. Dem Selbstwert, also dem Gefühl liebenswert zu sein, wird bei einer Trennung ebenfalls ein heftiger Schlag versetzt und an Spaß und Freude ist erstmal nicht zu denken.
 
Die Folge ist dieser tiefe innere Fall, dieses „Major Tom“- Gefühl. Wir fühlen uns zunächst fast wie betäubt, es verlangsamt sich alles und der Kontakt zur Welt scheint wie „losgelöst“. 

 

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Was sind nun die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Liebeskummer?


Wichtig zu wissen ist, dass der Liebeskummer in Phasen verläuft. Vergleichbar mit einer körperlichen Verletzung, die in Phasen abheilt. Ergo, es braucht zunächst grundsätzlich etwas Zeit und Geduld, bis es heilt.
 

PHASE 1: VERLEUGNUNG

In der ersten Phase, der Phase des Schocks, neigen wir dazu, das Ereignis zu verleugnen oder uns zu betäuben. Wir wollen es nicht wahrhaben: „Meine Sabine, das kann nicht sein, dass Sie nicht mehr zurück kommt.“
 

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Aus meiner Erfahrung hilft im ersten Schock vor allem eins: Nicht allein zu sein. Weil es eben um Bindung geht, die nicht mehr besteht, nährt es uns von innen, tut uns gut, wenn wir andere Menschen um uns haben. Menschen, die uns nahe stehen. Das muss im ersten Schritt keine große Action sein. Bitten Sie vielleicht einfach jemanden, sich zu Ihnen auf die Couch zu setzen und Sie zu halten. Teilen Sie damit Ihren Schmerz.
Denken Sie an Kinder, wenn diese sich verletzt haben. Am besten hilft es da, in den Arm genommen zu werden. Auch für uns als Erwachsene ist dies ein essentieller Aspekt, um den Schmerz zu lindern. Gehalten zu werden hilft oft mehr als ausführliche Gespräche oder Analysen, bei denen man sich meist nur weiter emotional verstrickt.
 

  • Wenn Sie nicht unter Menschen sein wollen: Lesen Sie, das erweitert nicht nur den Horizont, sondern lenkt auch ab. Greifen Sie aber nicht zu einer Liebesgeschichte, das macht nur wehmütig. Ein Reiseroman eignet sich am besten dazu, Sie in fremde Welten zu entführen, ein Thriller zieht Sie in seinen Bann. Auch Ratgeber zum Thema Liebeskummer sind jetzt das Richtige, denn sie zeigen Ihnen, dass auch andere die gleichen Gefühle hatten und Sie verstanden werden. Und vor allem, wenn das alles am Anfang sehr schwer fällt und Sie das Buch vielleicht immer wieder schnell zur Seite legen wollen. Gestatten Sie sich das, seien Sie in ihrem Kummer wohlwollend mit sich.
     
  • Verwöhnen Sie sich: ein Besuch im Solarium, eine wohltuende Massage, ein Kurztrip in die Sonne – seien Sie jetzt einfach gut zu sich, und schauen Sie dabei nicht auf den Preis. Vernunft steht jetzt nicht an erster Stelle.
     
  • Frische Luft: Gehen Sie spazieren, joggen oder fahren Sie in die Berge – immer dann, wenn Ihnen die Decke auf den Kopf zu fallen droht. Sauerstoff und Sonnenlicht bringen neue Energie und die Glückshormone in Schwung.

 

PHASE 2: WIDERSPRÜCHLICHE GEFÜHLE TOLERIEREN

 
Wenn das Unabwendbare, die Trennung, irgendwann mehr oder weniger akzeptiert wurde folgt Phase 2 und es geht wild her. Trauer und Wut werden spürbar und können sich stündlich abwechseln.

  • Geben Sie den Gefühlen Raum! Das heisst: Gehen Sie in den Wald und schreien Ihre Wut heraus, oder schlagen Sie auf Ihre Kissen ein. Weinen und Schluchzen Sie. All die Gefühle dürfen Sie erleben und sie haben eine reinigende Kraft. Dabei darf etwas gehen und es wird Platz für Neues gemacht. Es gilt: Die Gefühle nicht aufhalten, stoppen oder sich dafür entschuldigen.
     
  • Zeit für Veränderungen: Legen Sie sich einen neuen Haarschnitt zu, räumen Sie Ihre Wohnung um, wechseln Sie die Stammkneipe. Alles, was neu und ungewohnt ist, sorgt für Auftrieb.
     
  • Kaufen Sie sich neue Musik und lassen Sie eine Weile die Finger von den alten Liedern, die Sie nur an den ehemaligen Partner erinnern.
     
  • Sperren Sie alle Fotos und Erinnerungen an den/die Ex weg und lassen Sie sich nicht dazu verführen, die alte Whats-App-Korrespondenz zu durchwühlen, oder mit dem Teddybären zu kuscheln, den er Ihnen geschenkt hat. Wenn es Sie doch einmal überkommt, räumen Sie danach die Erinnerungsstücke sofort wieder weg. Am besten packen Sie alles in eine Kiste und die kommt in den Keller. Damit wird die Versuchung kleiner.
     
  • Rufen Sie alte Freunde an, bei denen Sie sich schon lange wieder melden wollten, und verabreden Sie sich. Das wird Sie daran erinnern, dass Sie auch vor Ihrer Beziehung glücklich waren.
     
  •  Planen Sie Ihre Sonntage, denn da fehlt einem der Partner gewöhnlich am meisten. Laden Sie Freunde zum Brunch ein, suchen Sie sich einen Sportverein oder eine Fitnessstunde, die Sie regelmäßig besuchen, etablieren Sie einen Kochabend mit einem Freund, der auch Single ist. So können Langeweile und Einsamkeit gar nicht erst aufkommen.
     
  •  Lästern Sie über ihn/sie! Okay, nicht gerade die konstruktivste Art der Problembewältigung, aber Sie werden sehen, wie gut Sie sich fühlen, nachdem Sie sich einen Abend mit einer guten Freundin über die Fehler Ihres Ex ausgelassen haben.
     
  •  Buchen Sie einen Urlaub: Schon das Wühlen in Reiseprospekten macht gute Laune!

PHASE 3: NEURORIENTIERUNG

Mit den oben genannten Tipps gelingt es Ihnen leichter in Phase 3 des Trauerprozesses zu landen - der Neuorientierung: Da geht es um das finale Abschied nehmen, dem Würdigen von all dem, was Sie geschätzt haben in der gemeinsamen Zeit. Vielleicht ist die dritte Phase auch von einem Umzug begleitet, einem Neuanstrich der Wohnung, oder einfach der Bereitschaft, sich für neue Menschen zu öffnen. Also dem bewussten Blick in die Zukunft.
 
Wie lange die Phasen dauern kann sehr unterschiedlich sein, weil wir Menschen keine genormten Männchen sind. :) Und das ist toll so. Daher, darauf vertrauen, dass alle Phasen durchlaufen werden!

Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne.

SIE STECKEN FEST?

  • Sie wollen es einfach nicht wahrhaben, dass die Beziehung vorbei sein soll?
  • Der Herzschmerz will nach Monaten einfach nicht aufhören? Sie können an nichts anderes als an den Verflossenen/die Verflossene denken?
  • Sie schwören sich, sich nie wieder so verletzen zu lassen und machen innerlich zu. Gehen vielleicht neue Beziehungen ein, aber innen drin, da sitzt ein tiefes Misstrauen und Sie halten emotionalen Abstand.

Kennen Sie das Gefühl, aus jeder Trennung mit weniger Selbstvertrauen hervorzugehen oder dass Sie keinen Bock mehr darauf haben, „nochmal so verletzt zu werden“ und deshalb innerlich dicht machen? Dann ist es wahrscheinlich, dass Sie in Phase 1 oder 2 des Trauerprozesses stecken geblieben sind. Das kommt vor und kann schnell aufgelöst werden. 

Ich begleite Sie aus Ihrer Herzschmerzfalle.

Damit Sie sich auch in Zukunft wieder selbstsicher und vertrauensvoll auf einen neuen Partner einlassen können, berate ich Sie in einem individuellen telefonischen Erstgespräch und begleite Sie professionell aus Ihrer Herzschmerzfalle.

Ich bin für Sie da und unterstütze Sie von Herzen gern, Ihr Licht in dieser dunklen Zeit des Liebeskummers wieder zum Leuchten zu bringen.